Mittwoch, 17. November 2010

Festigkeit - Gitterfehler

Thema der heutigen Vorlesung war sich davon zu verabschieden, dass metallische Werkstoffe perfekt sind und in vollständig geordneten Gittern vorliegen. Einer dieser Gitterfehler, die Versetzungen, sind die Ursache für die niedrige Festigkeit von metallischen Werkstoffen. Die theoretisch zur Verformung notwendige Schubfestigkeit geht von einem ungestörten Kristallgitter aus und wird nie erreicht. Das begründet sich in dem bereits bei geringen Kräften wirksamen Wandern der Versetzungen durch das Kristallgitter. Alle weiteren Defekte wiederum können Hindernisse für dieses Wandern darstellen und damit zur Festigkeitssteigerung beitragen.

Warum ich das aufschreibe? Weil ein Studierender zurecht gefragt hat "Wieso die theoretische Festigkeit nicht erreicht wird, aber Gitterfehler gleichzeitig die Festigkeit erhöhen". Ich hoffe, dass damit alle die über diese Unstimmigkeit stolpern jetzt eine bessere Vorstellung haben. Ich verstehe auch immer wieder, dass diese theoretischen Betrachtungen sehr viel Vorstellungsvemögen erfordern. Auf der anderen Seite sehe ich, dass der Kurs interessiert bleibt und mitdenkt. Allerdings sind alle für kleine Unterbrechungen (Zusammenhangsübungen mit den Werkstoffkarten oder kleiner Exkurs zum Feinguss) dankbar. Ich denke auch, dass damit die Konzentration nochmal gesammelt werden kann.

Die Einstiegsübung zu den unterschiedlichen Spannungs-Dehnungs-Kurven hat (soweit ich es sehe) ebenfalls dazu beigetragen, dass Verständnis um das unterschiedliche Verhalten von verschiedenen Werkstoffgruppen auf eine angelegte Spannung zu verbessern.

Die nächste Gruppenarbeit wurde ausgeteilt und ich denke, dass 2 Wochen zur Bearbeitung fair sind - zumal die nächsten beiden Wochen die Hälfte des Kurses ausschlafen darf. Nur jeweils 20 können die CES-Einführung gleichzeitig erhalten. Ich hoffe, dass dies den Studierenden Spaß machen wird und sie ein Gefühl für die Eigenschaften der unzähligen Werkstoffe und deren Einsatzmöglichkeit entwicklen können.

Zum Vorlesungsende wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich bestimmte schlagwortartige Zusammenhänge (z.B. Kernunterschiede zwischen Steifigkeit und Festigkeit und deren Ursache) zwar immer wieder wiederhole, aber nicht an die Tafel schreibe. In diesem Fall werde ich das nächste Stunde nachholen, aber ich bin weiterhin der Ansicht, dass gutes Zuhören und die eine oder andere Notiz zu dem, was ich sage, genau so zur Vorlesung und dem Lernprozess gehört, wie das Tafelbild und damit das explizite Wort.

So - Schluss für heute... es macht immer viel Spaß mit diesem wissbegierigen  Semester

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